Mitmach-Gschichtli, S`Äffli 7
25.09.2026 9 min Staffel 1 Episode 7
Zusammenfassung & Show Notes
Im Schweizerdeutschen Podcast "Mitmach-Gschichtli" gibt es jeden Freitag eine neue Folge der Abenteuer unserer tierischen Freunde. In der ersten Staffel geht es um ein kleines Äffchen, das manchmal ganz schön wütend werden kann und immer wieder von neuem einen Weg finden muss, alles wieder gut zu machen.
Auf der Homepage mitmach-gschichtli.com können die Kinder abstimmen und mitbestimmen, wie die Geschichte weitergeht.
Die Abstimmung ist bis Sonntag Abend geöffnet:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfeW4AgF4O3aroBddDaJzzExDfULaWoXSCVDJN_kCiIn9VWWg/viewform?usp=header
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Transkript
Podcast Mitmach-Gschichtli 1, S‘ Äffli – Folge 7
Natürlich hatte der Cousin allen erzählt, dass er das kleine Äffchen mit einem großen, fremden Affen zusammen gesehen hatte, wie sie die wildesten Verrenkungen vollführten.
So ein Pech aber auch, dass er zu solch früher Stunde ausgerechnet an der Lichtung vorbeikam, wo die beiden täglich übten.
Die Affen reagierten sehr unfreundlich.
Ein paar ältere Herren wollten direkt in den Krieg ziehen und den fremden Kerl das Fürchten lehren. Andere wiederum meinten, es reiche aus, dem kleinen Äffchen einfach für alle Zeiten zu verbieten, sich mit dem Fremden jemals wieder zu treffen.
Was er selbst dazu zu sagen hatte, schien niemanden zu interessieren.
Enttäuscht und traurig vergrub er sich im Nest hoch oben auf dem Baum. Als es dunkel wurde, kam seine Mama ebenfalls ins Nest und fragte nach seinem Freund.
Endlich konnte er ihr in Ruhe alles erzählen. Vom Treffen im Gebiet der anderen Sippe, nachdem er sich verlaufen und auf dem unbequemen Baum übernachtet hatte. Wie der Affe ihn nach Hause begleitet hatte.
Von den Übungen, die ihnen beiden so guttaten und von der Freundschaft, die sich entwickelt hatte.
Mama hörte ihm zu und nahm ihn schliesslich in den Arm.
„Ich verstehe“, sagte sie. „Was für eine schöne Geschichte! Wie wunderbar, dass du diesen Affen getroffen hast und wie grosszügig von ihm, dass er sein Wissen mit dir teilt und jeden Tag den weiten Weg herkommt! Ich werde versuchen, mit den anderen unserer Sippe zu sprechen. Aber hab Geduld, es wird eine Weile dauern, bis sich die erste Wut und das Misstrauen gelegt haben.“
Das kleine Äffchen war dankbar und schlief bald ein, eng an die Mama gekuschelt.
Die Tage vergingen und Mama hielt ihr Versprechen und wandte sich immer wieder an die anderen Affen. Bisher schien sie noch keinen grossen Erfolg erzielt zu haben und das kleine Äffchen vermisste seinen grossen Freund und die Übungen schmerzlich.
Jeden Morgen versuchte es, für sich selbst zu üben, war aber unsicher, ob es alles richtig machte und hatte auch dauernd das Gefühl, beobachtet zu werden. Nach ein paar Tagen liess es das Üben sein und versuchte, sich anderweitig zu beschäftigen.
Bald würde die Mama das neue Baby bekommen, ihr Bauch war schon ganz dick und sie hatte ihm erklärt, dass er dann nicht mehr an ihrem Bauch hängen oder auf ihrem Rücken reiten konnte und auch nicht mehr bei ihr trinken dürfe.
Er sei jetzt schon groß und könne ganz vieles schon selbständig und der Platz an ihrer Seite gehöre bald dem neuen Baby.
Das kleine Äffchen hat noch nicht so wirklich verstehen wollen, was das alles bedeuten sollte, es wollte zwar auf der einen Seite groß sein, auf der anderen Seite wollte es aber nicht, dass sich irgendetwas änderte.
Das Leben war schön so, wie es war. Das Äffchen liebte die Entdeckungstouren und immer ausgedehnteren Streifzüge durch die nahe Umgebung, doch seinen sicheren und warmen Platz bei der Mama liebte es ebenso sehr.
Wenn es an das neue Baby dachte, spürte es das starke Brennen in seinem Bauch, das langsam hochstieg und seinen Hals zudrückte und machte, dass es unbedingt ganz fest in etwas reinbeissen wollte.
Als dann einige Zeit später das neue Baby auf die Welt kam, freute sich das kleine Äffchen so überhaupt gar nicht.
Es war furchtbar hässlich und gar nicht süß, so wie alle anderen sagten. Und dann war es auch noch ein Mädchen!!!
Die Mama schaute das schrumplige Ding den ganzen Tag verliebt an, küsste und streichelte es und es durfte tatsächlich die ganze Zeit bei ihr sein.
Für das kleine Äffchen gab es keinen Platz mehr bei ihr, sie hatte keine Zeit mehr für ihn und manchmal fragte er sich, ob er plötzlich unsichtbar geworden sei, denn sie schien ihn gar nicht mehr richtig zu sehen. Sie hatte nur noch Augen für dieses blöde neue Baby.
Das kleine Äffchen spürte das Feuer in seinem Bauch nun fast die ganze Zeit. In der Nacht lag es wach und überlegte, wie er dieses Schwesterchen wieder loswerden könnte.
Er hatte es doch gar nie gewollt, konnte man es irgendwo zurückgeben? Oder konnte man es einer anderen Mama geben? Wenn alle es so süß fanden, konnte sich ja jemand anderes darum kümmern?
Tagsüber versuchte das kleine Äffchen immer wieder, seinen Platz bei der Mama zurückzuerobern, aber sie stieß ihn immer wieder weg.
Das kleine Äffchen schrie dann ganz laut und stampfte mit den Füßen auf den Boden. Es tobte, bis es müde wurde und schrie, bis es heiser war. Es war ihm nun egal, was die anderen dachte. Ihnen war es schliesslich auch egal, was es dachte, wen sollte es also kümmern, wenn es tobte?
Einmal versuchte es sogar, das kleine Baby zu beißen, da wurde die Mama furchtbar wütend und schrie das kleine Äffchen böse an.
Das kleine Äffchen rannte weg, doch wohin sollte es gehen? Es kannte doch nur seine Gruppe, sein Zuhause. Doch dort wollte man es offenbar nicht mehr haben.
Es rannte, bis es nicht mehr konnte und sich auch nicht weiter weg traute und versuchte, sich zu beruhigen.
Es trank etwas Wasser am kleinen Bach und sah sich nach etwas essbarem um.
Dann hörte es auch plötzlich Geräusche, die es noch gar nicht kannte. Was waren das bloß für seltsame Tiere? Die Geräusche schienen immer lauter zu werden und näher zu kommen und das kleine Äffchen rannte wieder los.
Bald bemerkte es, dass es in der Nähe des Gebietes seines Freundes, des alten Affen, war und fragte sich, was es tun sollte.
Sollte es die fremde Sippe aufsuchen und vor den seltsamen Geräuschen warnen und die Affen bitten, ihm zu helfen? Oder sollte es einen großen Bogen um das Gebiet machen und hoffen, dass es selbst irgendwie zurechtkam? Vielleicht auch irgendwie nach Hause fand?
Wie sollte es sich entscheiden?
Stimmt ab! Wie soll die Geschichte vom kleinen Äffchen weitergehen?