Mitmach-Gschichtli, S`Äffli 5

Folge 5

11.09.2026 11 min Staffel 1 Episode 5

Zusammenfassung & Show Notes

Im Schweizerdeutschen Podcast "Mitmach-Gschichtli" gibt es jeden Freitag eine neue Folge der Abenteuer unserer tierischen Freunde. In der ersten Staffel geht es um ein kleines Äffchen, das manchmal ganz schön wütend werden kann und immer wieder von neuem einen Weg finden muss, alles wieder gut zu machen. 
Auf der Homepage mitmach-gschichtli.com können die Kinder abstimmen und mitbestimmen, wie die Geschichte weitergeht.
Die Abstimmung ist geöffnet bis Sonntag Abend:

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Transkript

Podcast Mitmach-Gschichtli 1, S‘ Äffli – Folge 5 Während das kleine Äffchen noch hin- und herüberlegte, wie es sich bloss verhalten soll, brüllte der alte Affe von unten herauf, dass es gefälligst sofort herunterkommen solle. Die Stimme klang furchteinflössend und das kleine Äffchen musste nicht mehr nachdenken, sondern beeilte sich, der Aufforderung nachzukommen und kletterte, so schnell es konnte, vom Baum hinunter. In der Aufregung griff es einmal statt nach einem Ast nach seinem eigenen Arm und plumste unsanft auf den Boden, direkt vor die Füsse des riesigen alten Affen. Dieser schaute sehr grimmig aus, die dunkelgelben Augen schienen das kleine Äffchen zu durchbohren und dieses stellte sich zitternd auf seine Füsse und traute sich nicht, hochzuschauen. „Wer bist du?“, „was machst du hier?“, „wieso beobachtest du mich heimlich?“, „warum antwortest du nicht, wenn man dich etwas fragt?“ schnauzte der alte Affe. Zwischen seinen Fragen liess er gar keinen Platz für Antworten, doch das schien ich nicht zu kümmern. Das kleine Äffchen stammelte leise seinen Namen und erklärte, dass es sich verlaufen hatte. „Sprich lauter!“ schimpfte das grosse Tier. „Dein Genuschel kann ja keiner verstehen!“ Also wiederholte das kleine Äffchen alles und erklärte auch, dass es keineswegs die Absicht gehabt hatte, irgendjemanden zu beobachten und dass es einfach nur ein unglücklicher Zufall gewesen sei, dass es genau in diesem Baum übernachtet hatte. Der alte Affe gab sich mit den Antworten zufrieden, wollte aber genauer wissen, wieso das Äffchen so weit von seinem Zuhause weg und ganz alleine unterwegs war. Es erzählte vom Streit beim Termitenhügel, verschwieg aber den Teil mit seinem Wutanfall. Das konnte er unmöglich einem Fremden erzählen, das wäre viel zu unangenehm! Der alte Affe wurde nun sehr viel netter und sprach auch nicht länger so unfreundlich. Er fragte, ob sie erstmal frühstücken sollen und da das kleine Äffchen sehr hungrig war, war es begeistert von diesem Vorschlag. Seit den Termiten hatte es nichts mehr gegessen und das war ja schon eine Ewigkeit her. Die beiden suchten sich ein paar Früchte und Blätter, liessen sich auf einem weichen, sonnigen Plätzchen Erde nieder und genossen schweigend ihr Frühstück. Als sie fertig waren, fasste sich das kleine Äffchen ein Herz und fragte schüchtern: “was waren das eigentlich für seltsame Übungen, die du vorhin gemacht hast?“ Der alte Affe sagte: „das sind Bewegungen, die ich mir selbst ausgedacht habe. Ich mache sie jeden Tag und atme dabei tief und langsam ein und aus. Ich habe vor langer Zeit einmal bemerkt, dass mir das hilft. Es beruhigt mich. Ich habe mir dann die besten Bewegungen gemerkt und mache sie immer am Morgen früh, bevor die anderen aufstehen. Weisst du, als ich ein junger Affe war, war ich voller Kraft und Energie und Stolz und ich wurde damals oft sehr wütend und war nicht nett zu meiner Familie und meiner Sippe. Sie wollten mich schon wegjagen, obwohl es noch zu früh war, um alleine klarzukommen, aber keiner ertrug meine Wut und meine Arroganz noch länger. Ich suchte nach einem Weg, ruhiger und freundlicher zu werden und fand ihn in diesen Übungen. Seither bin ich viel ausgeglichener!“ Das kleine Äffchen staunte! Es musste an die unfreundliche Begrüssung vorhin denken und fragte sich, wie der alte Affe wohl früher gewesen sein musste, wenn das jetzt tatsächlich „ausgeglichen“ sein sollte! Und es war froh, zu hören, dass es noch andere Tiere gab, die ihre Wutanfälle nicht so ganz unter Kontrolle hatten und dass es scheinbar Mittel und Wege gab, sie unter Kontrolle zu bringen. Es erzählte dem Älteren nun von seinen Ausbrüchen. Vom Feuer, dass in ihm hochsteigen konnte und von der Hilflosigkeit, wenn es feststellen musste, dass schon wieder etwas passiert war, das es so ganz und gar nicht gewollt hatte. Der alte Affe hörte ihm zu und nickte ab und zu verständnisvoll. Als das kleine Äffchen fertig war mit seinen Erzählungen und fragte, ob er ihm die Übungen auch zeigen könnte, wiegte er den grossen Kopf bedächtig hin und her. Irgendwann dann meinte er, dass er ihm gerne alles zeigen könne. Die Übungen und das Atmen. Aber er könne nicht versprechen, dass das auch tatsächlich hilft. Und vor allem hilft es nicht einfach so. Man muss es jeden Tag machen und ganz konzentriert dabei sein. Irgendwann merke es bestimmt, ob es etwas nützt, oder ob es der falsche Weg ist. Jeder Affe ist anders, erklärte das weise alte Tier. Was mir hilft, ist vielleicht nicht das richtige für dich oder jemand anderen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, es auszuprobieren. Er sagte dann noch: „bevor wir anfangen, zu üben, habe ich einen Wunsch. Ich möchte, dass du jetzt nach Hause gehst. Ich kann dich gerne ein Stück begleiten, aber nicht ganz bis nach Hause, weil deine Familie mich ja vermutlich nicht sehr freudig empfängt, sie kennen mich nicht und das sollte auch so bleiben. Aber einen Teil des Weges komme ich gerne mit, bis ich sicher sein kann, dass du dein Zuhause findest. Deine Familie macht sich bestimmt schreckliche Sorgen, weil du die ganze Nacht fort warst und am besten gehst du einfach hin und entschuldigst dich.“ Das kleine Äffchen war einverstanden und es war sehr froh und dankbar über den Vorschlag, dass sein neuer Freund ihn ein Stück begleiten würde. Es hatte sich schon große Sorgen gemacht, ob es den Weg alleine finden würde. Die beiden brachen auf und der alte Affe lief zielstrebig in eine Richtung. Er erklärte, dass das kleine Äffchen nur von dort gekommen sein konnte, da jemand aus der Sippe es sonst bestimmt bemerkt hatte. Das kleine Äffchen hatte keine Ahnung, woher es gekommen war, es sah in jeder Richtung gleich aus. Es war gestern einfach zu lange völlig gedankenverloren und ohne auf die Umgebung zu achten durch den Wald gestapft und hatte sich nicht gemerkt, wo es langgelaufen war. Nach einiger Zeit des Marschierens erkannte es aber die Gegend wieder und wusste nun ganz genau, wo lang es nach Hause ging. Die beiden verabredeten, dass sie sich nun jeden Morgen hier zum Üben treffen würden, gleich nach Anbruch des Tages. Sie hatten sich gerade verabschiedet, als plötzlich wildes Geschrei ertönte und aus den Büschen ein erwachsener Affe aus der Sippe des kleinen Äffchens hervorstürmte und sich auf seinen Begleiter stürzen wollte. Dieser reagierte sofort und brachte sich in Kampfstellung. Das kleine Äffchen erschrak furchtbar und überlegte, ob es sich dazwischen stellen sollte oder sich lieber nicht einmischte. Die Treffen mit seinem neuen Freund sollten eigentlich geheim bleiben, die Sippe hätte solch eine Bekanntschaft nicht gutgeheissen. Aber natürlich sollte auch keiner verletzt werden! Wie soll unser kleines Äffchen reagieren??Stimmt bis Sonntagabend ab auf www.mitmach-gschichtli.com

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