Mitmach-Gschichtli, S`Äffli 2
Folge 2
21.08.2026 12 min Staffel 1 Episode 2 Chris Carlyce
Zusammenfassung & Show Notes
Im Schweizerdeutschen Podcast "Mitmach-Gschichtli" gibt es jeden Freitag eine neue Folge der Abenteuer unserer tierischen Freunde. In der ersten Staffel geht es um ein kleines Äffchen, das manchmal ganz schön wütend werden kann und immer wieder von neuem einen Weg finden muss, alles wieder gut zu machen.
Auf der Homepage mitmach-gschichtli.com können die Kinder abstimmen und mitbestimmen, wie die Geschichte weitergeht.
Die Abstimmung ist geöffnet bis Sonntag Abend:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfIjvkrkvD3GEPrt4sEFsM0wd56sq0s7Wb8LTD0Iflbnfw7Lg/viewform?usp=header
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Transkript
Podcast Mitmach-Gschichtli 1, S‘ Äffli – Folge 2
Unser kleines Äffchen hatte den ganzen Tag damit zugebracht, nach leckeren Blättern zu suchen.
Es hatte sich getraut, einige davon zu probieren und so gelernt, welche die essbaren waren.
Ein paar haben furchtbar bitter geschmeckt und es hatte sie sofort wieder ausgespuckt. Zum Glück tat der Bauch nicht weh wie das letzte Mal, als es ungenießbare Blätter gegessen hatte!
Es war schon später Nachmittag, die Sonne stand ziemlich weit unten, als das Äffchen zufrieden war mit dem Haufen Blätter, den es gesammelt hatte.
Es packte alle auf ein sehr großes Blatt und hielt die Enden fest zusammen.
Es war wahnsinnig müde und erschöpft und wollte nur noch nach Hause. Auch wenn alle mit ihm schimpfen würden, das war egal, Hauptsache, wieder zu Hause!
Es zog den großen Blatt-Knäuel hinter sich her und trottete langsam in die Richtung, aus der es den Wasserfall plätschern hörte.
Nach einem langen Fußmarsch konnte es endlich die vertrauten Geräusche hören, das fröhliche Geplapper der anderen Kinder und die tiefen Stimmen der Großen, es roch die vertrauten Gerüche und war einfach nur noch erleichtert, seine Familie wiedergefunden zu haben.
Als die anderen das kleine Äffchen entdeckten, verstummten sie erst kurz und rannten dann mit freudigem Geschrei auf ihn zu.
Auch die Mama schien sich sehr zu freuen, es zu sehen, sie schien nicht mehr böse zu sein, sondern froh, dass es wieder da war.
Die ganze Affen-Sippe stand um das kleine Äffchen herum und es nahm all seinen Mut zusammen und sagte: „Entschuldigung wegen heute Morgen. Ich weiß nicht, woher das alles kam und es tut mir wirklich leid. Ich wollte gar nicht so furchtbar schreien. Ich habe für euch alle Blätter mitgebracht zum Wiedergutmachen.“
Die anderen staunten nicht schlecht über die vielen Blätter. Einige waren zwar unterwegs verloren gegangen, man konnte gut erkennen, wo das Äffchen langgelaufen war, aber es waren viele übrig und die Sippe machte sich begeistert darüber her.
Mama nahm das kleine Äffchen fest in den Arm und sagte: „du hast die alle selbst gesammelt? Das ist wirklich großartig, ich bin sehr stolz auf dich!“
Mit einem glücklichen Seufzer kuschelte sich das kleine Äffchen ganz eng an seine Mama und war schon kurze Zeit später eingeschlafen.
Die ganze Geschichte hatte kein weiteres Nachspiel für das kleine Äffchen, aber der Tag, an dem es so getobt hatte, ging als Wut-Tag in die Erinnerung der Sippe ein.
Es hatte ja nun gelernt, sein Essen selbst zu suchen und machte das fortan jeden Tag. Sogar das Frühstück!
Es sorgte auch immer dafür, der Mama einige Blätter mitzubringen und diese war sehr stolz auf ihr großes Kind.
Die anderen Kinder zogen ihn oft auf wegen seinem Wutanfall und schrien und stampften manchmal im Spiel, um ihn nachzumachen.
Meistens machte ihm das nichts aus und es konnte seinen Ärger darüber gut verbergen. Aber manchmal ärgerte es sich auch so sehr über die Hänseleien, dass es das bekannte warme Grummeln im Bauch spürte und schnell einige Schritte in den Wald rannte und dort ein paar Mal tief durchatmete, um sich zu beruhigen.
Das funktionierte eine Weile ganz gut, bis eines Tages sein Cousin ein wirklich böses Wort zu ihm sagte und mit den Füßen stampfte, die Arme schwang und wilde Grimmassen zog.
Das kleine Äffchen sah rot und schlug seinen Cousin mit voller Wucht mitten in’s Gesicht, begleitet von einer Menge böser Wörter und fuchsteufelswildem Geschrei. Das Ganze passierte so furchtbar schnell, dass es selbst gar nicht mitkriegte, was überhaupt passierte.
Der Cousin lag am Boden und hielt sich den Kopf und drei andere Affen hielten das kleine Äffchen fest, da merkte es erst, was los war.
Voller Entsetzen blickte es auf seinen Cousin und in die erschrockenen Gesichter der anderen.
Wie war denn das nun wieder passiert????
War das wirklich seine kleine Faust gewesen, die sowas angerichtet hat? Sogar etwas Blut war zu sehen auf dem Gesicht seines Cousins.
Sein großer Bruder kam angerannt und schimpfte ganz fürchterlich mit dem kleinen Äffchen.
Das ganze Geschimpfe der Umstehenden machten ihm Angst und es rannte mal wieder davon.
Dieses Mal tiefer in den Urwald, viel tiefer als letztes Mal. Nach einiger Zeit wusste es nicht mehr, wo es überhaupt war und es blieb stehen, holte tief Luft und versuchte, sich zu beruhigen.
Es hatte keine Ahnung, wie es nun schon wieder in eine solch unmögliche Situation hatte kommen können und vor allem hatte es überhaupt keinen Schimmer, wie es da wieder rauskam.
Ein paar Blätter würden hier nicht ausreichen, gar keine Frage! Das hier liess sich nicht so einfach wieder gutmachen…
Mutlos liess sich das kleine Äffchen auf den Boden sinken. Was in aller Welt sollte es bloss tun!?
Es konnte unmöglich wieder nach Hause. Sein Cousin wurde vermutlich gerade ausgiebig verarztet und bemitleidet und es schimpften bestimmt alle aus vollem Hals auf das kleine Äffchen.
Seine Mama war sicherlich unendlich enttäuscht und traurig.
Vielleicht verstieß sie ihn sogar!?
Wo sollte er dann wohnen?? Bei Oma?
Bei der hässlichen und immer übel gelaunten Tante, die immer so furchtbar aus dem Mund stank??
Der Gedanke ließ das kleine Äffchen erschaudern.
Das durfte nicht passieren!
Wie hatte er nur jemanden so fest schlagen können?
Würde jemals wieder ein Affe aus seiner Sippe mit ihm spielen oder ihm das Fell lausen?
Er steckte so richtig tief in der Klemme!!
Es beschloss, nach den kleinen Nüsschen zu suchen, was er sich das letzte Mal nicht getraut hatte. Doch nun war es schon wieder größer und hatte schon einiges an Erfahrungen beim Blätter suchen sammeln können und auch die Gegend schon richtig gut kennengelernt.
Es traute sich zu, nach den Nüsschen zu suchen und machte sich gleich an die Arbeit.
Wo die Nüsse wachsen, wusste es zwar nicht, aber es schien ihm gerade die einzige Möglichkeit zu sein, sich angemessen zu entschuldigen.
Es lief tiefer in den Urwald hinein und schaute sich bei jedem Schritt gut um. Es schaute nach oben in die Baumkronen und es schaute unten in den Büschen.
Doch nirgends waren die Nüsse zu sehen!
Es lief und lief, kletterte unzählige Bäume hoch und runter und schwang sich von so vielen Ästen zu anderen Ästen, dass ihm schon die Arme weh taten.
Keine Nuss weit und breit. Es war zum Verzweifeln!!
Vielleicht wuchsen sie zu dieser Jahreszeit einfach nicht?
Das kleine Äffchen wünschte sich jetzt sehnlichst, besser aufgepasst zu haben, wenn die Mama solche Dinge erklärt hatte.
Enttäuscht und tieftraurig beschloss es, wieder umzudrehen und sich auf den Weg nach Hause zu machen.
Nach einiger Zeit hörte es plötzlich ein Knurren, das ihm das Blut in den Adern gefrieren liess.
Was war das?? Hoffentlich kein Leopard?
Wenn der angriff, hatte ein kleines Äffchen keine Chance. Es blieb still und regungslos stehen und lauschte.
Da war das Knurren wieder!
Das kleine Äffchen war sehr erleichtert, dass es nicht näher klang als davor. Es klang sogar so, als würde sich das Tier von ihm entfernen.
Aber nun wurde ihm siedend heiß klar, dass der Leopard in Richtung seines Zuhauses schlich!
Seine Familie war vermutlich in Gefahr!!
Was sollte es tun?
Den Warnruf ausstoßen, den alle Affen benutzten, wenn sie sich vor Gefahr warnen wollten? War er dazu nicht etwas zu weit von der Sippe entfernt?
Und was, wenn es damit die Aufmerksamkeit des Leopardes auf sich zog?
Sollte es rennen, so schnell es konnte, bis es näher bei den anderen war? Aber damit konnte es ebenfalls den Leoparden auf sich aufmerksam machen!
Was sollte es tun?
Stimmt ab auf Mitmach-Gschichtli.com und hört nächste Woche, wie die Geschichte weitergeht!